Digitales Handbuch der Menschenrechtsarbeit


1996, drei Jahre nach der Wiener Weltkonferenz für Menschenrechte, erschien die erste Auflage des Handbuches der Menschenrechtsarbeit, seinerzeit herausgegeben von Pia Bungarten und Ute Koczy. Nachdem das Handbuch mit verschiedenen Herausgeber_innen immer wieder aktualisiert und ergänzt wurde, liegt nunmehr die siebte Auflage vor. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass sich in den vergangenen 20 Jahren viel getan hat.

Ausgehend von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 und den Internationalen Pakten über bürgerliche und politische Rechte sowie über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, beide von 1966 und seit 1976 in Kraft, wurden etliche weitere internationale Menschenrechtsabkommen verabschiedet. Gleichzeitig hat der Menschenrechtsschutz im Rahmen der Vereinten Nationen mit Konzepten wie „Delivering as One“ und „Human Rights up Front“ generell an Gewicht gewonnen. Allerdings sieht er sich auch mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Einen großen Einschnitt bedeutete hierbei die Ablösung der UN-Menschenrechtskommission durch den UN-Menschenrechtsrat im Jahre 2006. Auch die regionalen Menschenrechtsschutzsysteme entwickelten sich erheblich weiter.

In Deutschland wurde die staatliche Menschenrechtspolitik seit den 1990er Jahren zusehends institutionalisiert und weltweit sind nationale Menschenrechtsinstitutionen, wie hierzulande das 2001 gegründete Deutsche Institut für Menschenrechte, zu wichtigen Akteuren des Menschenrechtsschutzes aufgestiegen. Zugleich besteht in Deutschland – wie kaum in einem anderen Land – mit dem 1994 entstandenen FORUM MENSCHENRECHTE eine gut vernetzte zivilgesellschaftliche Menschenrechtsszene. Im FORUM MENSCHENRECHTE sind gegenwärtig 53 Mitgliedsorganisationen aktiv.

Das Handbuch der Menschenrechtsarbeit möchte den Leser_innen eine praktische Orientierung und einen Überblick über die Vielzahl der Institutionen und Organisationen des Menschenrechtsschutzes geben. Wie arbeitet das FORUM MENSCHENRECHTE und welche Organisationen sind in dem Netzwerk aktiv? Was sind die Aufgaben des Deutschen Instituts für Menschenrechte, und wer ist im Bundestag und in der Regierung für Menschenrechte zuständig? Wie stellt sich die Menschenrechtsarbeit in Europa dar – und wie innerhalb der Vereinten Nationen? Und wie steht es eigentlich um den außereuropäischen regionalen Menschenrechtsschutz? Diese und viele weitere Fragen werden in dem Handbuch einführend geklärt.

Eine Reihe namhafter Autor_innen konnten wir für die Aktualisierung oder Neuerstellung der Beiträge im Handbuch gewinnen. Bei Artikeln ohne ausgewiesene Autorenschaft handelt es sich um Selbstdarstellungen der jeweiligen Institutionen und Organisationen. Allen Mitwirkenden sei herzlich gedankt. Besonderer Dank gilt Katrien Klüver (FES) und Beate Ziegler (FORUM MENSCHENRECHTE), welche die Herausgeberarbeit tatkräftig unterstützt haben. Unseren Leser_innen wünschen wir eine hilfreiche Lektüre.

Felix Kirchmeier und Michael Krennerich


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